04.11.2005
Feinschmecker-Wissen
Für die Gäste unserer Region werden im Herbst Kulinarische Wochen angeboten. Ob dabei auch Schalentiere aus Südfrankreich zur Verkostung kommen, haben wir nicht ermittelt. Dafür hatten wir Gelegenheit, entlang des Ufers am Etang de Thau zu beobachten, wie Miesmuscheln gezüchtet und geerntet werden. Das ist mühevolle Handarbeit! Mit Hilfe einer „Tortenspritze“ werden kleine Bruchstücke von Austernschalen mit endlos langen Schnüren verklebt. Diese Nistplätze werden ins Wasser gehängt, und nun können daran die begehrten Muscheln heranreifen.

Uns überraschte, dass auf dem engen Küstenabschnitt viele kleine Familienbetriebe mit Zucht, Ernte und Vermarktung der Muscheln und Austern ihr Auskommen finden. Bon appetit!

26.10.2005
Ein schöner Fund
Ein bisher unbekanntes, großformatiges Ölgemälde von Alexander Neroslow ist wieder aufgetaucht. Zwei Jahre nach der Befreiung aus dem Zuchthaus malte Alexander Neroslow 1947 seine Ehefrau Gertrud in meisterlicher Kompetenz. Das Bild zeigt sie in einem dunkelroten, klassischen Kleid mit weichem Faltenwurf. Sie sitzt auf einem Lehnstuhl vor einer dunklen Wandtafel, in der Hand ein dunkelblaues Schulheft. Der Blick des Betrachters wird auf das helle Gesicht gelenkt, dessen Konturen sich scharf vom Hintergrund abheben. Gewelltes, dunkles Haar rahmt ihr Gesicht. Die Augen hinter der großen Brille verraten scharfsinniges Denken, aber auch Warmherzigkeit. Ein leichtes Lächeln umspielt ihre geschwungenen Lippen. Professor Dr. Horst Nalewski aus Leipzig hatte das Porträt zu DDR-Zeiten als Leihgabe an das Schulmuseum der Helmholtz-Oberschule in Leipzig gegeben, die Gertrud Neroslow zwei Jahre geleitet hatte. Als das Museum nach der Wende aufgelöst wurde, forderte Prof. Nalewski das Gemälde zurück. Es befand sich in einem schlimmen Zustand. Inzwischen wurde es restauriert.

18.10.2005
Herbstzeit – Kranichzeit
Herbstzeit bedeutet im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft auch Kranichzeit. In den Morgenstunden fliegen die Kraniche laut trompetend in langen Formationen von ihren Schlafplätzen – vorrangig auf dem Zingst – auf die abgeernteten Maisfelder ins Hinterland der Boddenkette. Einige Wochen fressen sie sich Fettreserven für ihren langen Flug ins Winterquartier an. Dieses Schauspiel lockt noch einmal die „Kranichtouristen“ in unsere Region, sehr zur Freude der Vermieter und der Gastronomie. Mit schwerer Beobachtungstechnik bewaffnet, bevölkern sie die Beobachtungspunkte, um die „Vögel des Glücks“ auf den Feldern oder bei ihrem morgendlichen oder abendlichen Flug zu bestaunen. Dabei sollte man aber jede unnötige Störung der Tiere vermeiden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn mit den ersten Frösten verlassen uns die Kraniche.
